RADIKANT b

RADIKANT b (Bümpliz – Bethlehem – Bottigen)

Arbeiten öffentlichen Raum – Retrospektive

Martin Schick – In Kooperation mit diversen Künstler_innen

Eigenproduktion im Rahmen von out+about Internationales Theaterfestival Bümpliz-Bethlehem, realisiert von AUAWIRLEBEN Theaterfestival Bern in Zusammenarbeit mit bee-flat und Westkreis 6

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SUPERSTRUCTURE

Plantes radicantes (franz.): Pflanzen, die sich auf der Erdoberfläche in allen Richtungen ausbreiten und mit jedem neuen Trieb Wurzeln schlagen können, um sich so zu verankern.
oder:
Radikant sein: Seine Wurzeln in heterogenen Kontexten und Formaten in Szene setzen und auf den Weg bringen, ihnen das Vermögen absprechen, unsere Identität vollständig zu definieren. Das sind die Lebensbedingungen des Umherschweifenden, eine zentrale Figur unserer prekären Ära, die im Mittelpunkt künstlerischen Schöpfung auftauchst und sich behauptet. Gefragt sind transportable Praktiken. Kultur wird zu einer mobilen Gegebenheit, vom Boden losgelöst. Der Radikant ist der Praktiker der Loslösung von den Zugehörigkeiten, der Bewohner der räumlichen Prekarität. ( Frei nach N. Bourriaud)

Das Kunstschaffen im Ausklang der Postmoderne verleitet den Kunstkritiker und Philosoph Nicolas Bourriaud (Relational Aesthetics) zum Begriff der Altermoderne: Eine Ära prekär lebender Künstlernomaden, die sich in vielen Lebenskontexten auskennen und in ihren Arbeiten eine Reihe von Kulturen und Traditionen übersetzen (Transportable Praktiken).

Martin Schick lebt seit 2 Jahren ohne festen Wohnsitz und durchquert seit 2007 beinahe non-stopp Kulturveranstaltungen und diese umgebenden Kulturen der ganzen Welt, um seine Performances auf internationalen Bühnen zu präsentieren. Seine Arbeiten für die Bühne versuchen diesen geschlossenen Raum und seine Konventionen zu durchbrechen und im alltäglichen Leben um das Theater herum Fuss zu fassen. Das Publikum entscheidet über den Verlauf und Konsequenzen der inszenierten Handlung, trägt Objekte wenn nicht das Stücke selbst mit nach Hause, bzw. resultiert eine Bringschuld, eine Verabredung, eine Kampagne oder eine ein Brief an das Amt für Wirtschaft. Die Darstellung meist sozio-ökonomischer Zusammenhänge sind Dialoge mit dem Kontext. Dieser bewegt sich bewusst immer weiter weg von der Bühne und schreibt sich in den öffentlich-privaten Raum ein. Die räumliche Praxis resultiert in Gesellschaftliche Skulpturen, konzeptuell und funktional gedacht, weg von Âsthetik und Formalität.

In Distanznahme zu einer eher marktgerechten Produkte-Logik, die sich mithilfe von Festivalkultur und globalisierten Netzwerken über die Kunstszene gelegt hat, entstand das Bedürfnis, Serien und Reihen zu gestalten: Recycling, Wiederaufnahmen, Wiederverarbeitungen, Querbezüge etc. die zu zu Geflechten, Segmenten, Schichten… führen, die wiederum zeitlich und räumlich Fäden ziehen und Wurzeln schlagen.

RADIKANT b ist die Ausformulierung und der Anfang von Kunstschaffen im Raum, oder vielmehr in Zwischenräumen, dieser Art. Der Titel vermerkt und verspricht mit dem Buchstaben b bereits eine Teilhaftigkeit von etwas Grösserem und lässt weitere periphäre Arbeiten in diesem Sinne vermuten.

Gleichzeitig weist der Buchstabe b auf den spezifischen Kontext hin und reiht sich ein in den vielerorts verwendeten Kürzel: espace b, cabane b etc.

 

COMMUNICATION

Im Rahmen des Festivals Auawirleben 2017 und dem in den Stadtkreis VI verlegte Format out+about realisiert Martin Schick ein grossflächiges Kunstwerk: 10 künstlerische Projekte der (zwischen-)räumlichen Praxis, fast vollständig bestehend aus dem Repertoire des Künstlers, werden unabhängig voneinander an verschiedensten Orten im Stadtviertel umgesetzt, angepasst an den neuen Kontext, vor Ort entwickelt und re-realisiert. Unabhängig von der Intensität der einzelnen Positionen ensteht gleichzeitig eine Art Retro/Perspektive des Künstlers in der Gegenüberstellung von Kunstarbeiten der räumlichen Praxis, nicht nur begreifbar im Wechsel des Orts aber auch im Wandel der Zeit.

Entgegen der Idee von Kunst als Produkt findet hier das Kunstschaffen in einer komplexen Diversität statt, das sich nicht im Zuschauerstatus konsumieren lässt, sondern im Einzelnen funktional wirkt und erst im Gesamtgeflecht sich zu einer Kunstarbeit zusammenschliesst, ja das Geflecht selbst zur Kunstarbeit macht. Eine Arbeit, die den Zeitgeist aufgreift, alternative Visionen entwickelt und in die Umsetzung führt, erfahrbar macht, und nicht aktiv sondern implizit an Zuständen rütteln, nachfragt oder kritisiert.

Das Antispektakel manifestiert sich in dieser zeitlichen und räumlichen Zerstreuung des Performativen ins beinahe Unsichtbare. Umso mehr wird die komplexe Verkettung von Entwicklung, Ausführung, Austausch und Dokumentation spektakulär.

Unterschiedlichste Personen beteiligen sich an RADIKANT b: Kinder, alte Menschen, Künstler, Bauern, Touristen und Migranten etc. Die Vielseitigkeit als Merkmal des Quartiers setzt sich in der Kunst-Arbeit fort.

Im Rahmen einer einmaligen festlichen Veranstaltung im Sternensaal Bümpliz treffen die Akteure sowie auch die Inhalte der verschiedenen Projekte aufeinander. Dieses Event wird gemeinsam geprobt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hier wird das Publikum zum Mitspieler des Gesamtprojekts. Die abschliessende Präsentation des Gesamtprojekts liegt in der Dokumentation, die die bestehenden Projekte aus dem Repertoire des Künstlers beschreibt und die in Bümpliz/Bethlehem angewandte Variante in einer direkten Gegenüberstellung präsentiert. Auswirkungen der Kontext-Verschiebung werden dabei besonders beobachtet, diskutiert, visuell sowie auch inhaltlich. Es entsteht ein Buch/ Katalog, der in einer hohen Auflage gedruckt und an Nachbarn, Freunde und Verwandte verteilt wird.

Anders formuliert: Kontext-orientierte künstlerische Praxis wird zum Kunstprojekt per se, ein Schaffen behauptend, das die Umgebung nicht nur einschliesst, sondern sich zum Inhalt macht. Erfahrungen und Material aus früheren Arbeiten des Künstlers fliessen in das ressourcenorientierte Agieren vor Ort (Spezifizität: Dorf/Stadt, Alter, Arbeitslosigkeit, Natur, Kunst etc.) ein und Verschränkungen enstehen: mit der Vergangenheit, bzw. anderem Kontext, sowie unter den verschiedenen Projekten und ihren Akteuren im Quartier! Dabei werden eigene Kriterien aufgestellt und im Diskurs mit der Bevölkerung in eine besondere Art von Kunst/ Künstlichkeit geführt. Und all dies, ohne den Humor zu verlieren und sich dem erfolgreichen Scheitern hinzugeben.

 

PROJECTS

10 Positionen

#1 INTERN II

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Mit Jonas Robert Schmidt, Kunstschule CAP Bümpliz

Ein Praktikant wird aufgrund der in der Kunst schwierigen Trennung von Arbeit & Privatraum zum Ersatzmann/-frau für alltägliche Begebenheiten: Ins Kino mit Freunden, zum Geburtstagsfest mit der Familie etc. 2013 hat Jasper Delbecke, Kusntstudent aus Gent, ein 200-stündiges Praktikum verbracht in dieser Grenzzone absolviert, dokumentiert von einer Fotografin. Nun wird eine Person aus Bümpliz diese Aufgabe übernehmen, gleiche oder ähnliche Aktionen ausführen und sich fotografisch dokumentieren lassen.

Photo: Reinszenierung eines Fotos mit ehemaligem Mitbewohner in Berlin

#2 OMOMOTO

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Kollaboration mit Vreni Spieser, in Zusammenarbeit mit dem Altersheim Baumgarten Domicil Bümpliz, Margrit Heimroth (Bewohnerin) und Trudi Michel (Schauspielerin)

Im Rahmen des Festival Belluard/Bollwerk 2012 haben Martin Schick und Vreni Spieser im Kontext des Arabischen Frühlings kleine Schweizer Revolutionen angezettelt, u.a. mit einer Gruppe aus dem lokalen Altersheim. In Bümpliz wurde nun im Altersheim in Reaktion auf das aktuelle gesellschaftliche Geschehen die Flucht thematisiert.

Nach Gesprächen mit Bewohnerinnen kam es zu einer inszenierten/realisierten Flucht aus dem Altersheim, auf ein von einer Bewohnerin entwickeltes Szenario. Dazu kam eine ältere Schauspielerin, die eine weitere Flucht für das Dokumentationsvideo spielte und das Thema Flucht nochmals anders in Szene setzte.

#3 KINDERPOLIZEI

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In Zusammenarbeit mit Ferienprogramm Fäger Verein Kidswest

Die Zürcher Kinderpolizei, gegründet für die Winterakademie in der Gessnerallee 2012, hat in einem Gipfeltreffen der 12 wichtigsten Staaten im Jahre 2015 beschlossen, dass es verboten ist, mehr zu haben als man braucht. Dieses Gesetz wurde in den Strassen von Zürich und an den Haustüren von Villen an der Goldküste versuchsweise durchgesetzt, unter Einsatz von Ermahnungen und Bußen.

Ein ähnliches Verfahren wurde mit ca. 40 Kindern in Bümpliz durchgeführt. Die Passanten wurden auf Freundlichkeit und Nachhaltigkeit getestet und vor die Wahl gestellt: Bußgeld oder Körperübungen. Der Erlös wurde in Abzug von 1 Franken PolizistInnenlohn an Greenpeace gespendet.

 

#4 FREEDOM OF MOVEMENT

 

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In Kollaboration mit Anouar El Haloui, in Zusammenarbeit mit der Notunterkunft Brünnen

Die Bewegungsfreiheit (freedom of movement) ist laut Menschenrechtserklärung sowie laut Bundesverfassung der Eidgenossenschaft für alle Menschen rechtsgültig. Am Beispiel des hiesigen Umgangs mit MigrantInnen zeigt sich aber, dass dies nur bedingt der Fall ist. Migrantinnen werden durch Zahlen und Bewegungsströme definiert, die es zu regulieren gilt, ähnlich wie Waren oder Gelder, die im Gegensatz dazu beinahe bedingungslos zirkulieren dürfen. Daraus ist zu schliessen, dass MigrantInnen weder rechtsfähige Menschen, noch Waren sind. Wer oder was sind sie dann? Und wer sind wir, die sie mit diesem unklaren Status ausstatten? Als BürgerInnen eines basisdemokratischen Systems und einem der wohlhabendsten Länder der Welt sind wir zweifelsohne mitverantwortlich für die Regulierung und die Deregulierung derjenigen, denen wir unsere Bewegungsregeln auferlegen.

Freedom Of Movement ist eine Wiederholung eines Choreografieprojekts im Rahmen von Zürich Tanzt 2013, wo es um die Ermächtigung von Asylbewerbern ging, ihre eigene Idee von Bewegung zu formulieren. Die Problematik der Instrumentalisierung von Asylbewerbern für Kunstzwecke wurde hier bereits angedeutet, jedoch nicht konsequent.

In Bümpliz soll nun die Idee auf eine Person angewendet werden: Ein Asylsuchender wird zum internationalen Choreografen ausgebildet und gestaltet sein erstes Tanzstück. Beabsichtigt ist eine Umformulierung des vorgegebenen Status, erweitert um die Idee eines Weltenbürgers mit Zugang zu öffentlichen Geldern unter dem Schutz der Kunst- und Kulturszene.

#5 HAUS DER ARBEIT

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Mit Oliver Roth, Yvonne Harder und den Anwohnern des Quartiers Tscharni: Roland, Hadj, Anouar, Toni, Akrem, Biruk, Lars, Anna, Nassim, Kathrin, Nora, Melissa, Azim, Hans-Peter, Bron, Annegret, Alma, Ayah, Niecy, Levin, Abdi u.a.

In Zusammenarbeit mit dem Quartierzentrum Tscharni/ Werkstatt

Während Transform IV (2015) bespielte Martin Schick ehemalige Arbeitsräume der SBB im Bollwerk Bern. Gegründet wurde ein Kunstbetrieb namens General Performances, der sich um das Thema der Nacharbeitsgesellschaft kümmert, mit Arbeitsbeschaffungsmethoden experimentiert und Kunst in das zu Arbeit setzt and visa versa. Könnte Kunst ein sinn-stiftendes Modell sein, ein Lösungsansatz im Umgang mit einer postindustriellen Welt (Schweden, Finnland, Schweiz etc.) Wer ist die neue Arbeiterklasse? (animals, computers, foreigners…), wie steht es mit dem Grundsatz: Kunst statt Arbeit – Arbeit statt Kunst? Für einen verhandelbaren Stundenlohn wurde das Laufpubikum zu einem Tanz im Schaufenster gebeten oder es gab Freibier für alle die basteln während einer ganzen Nacht.

Für RADIKANT b verlagert sich das Job Centre in den Aussenraum: In das Stadtviertel Tscharnergut mit derlaut Statistik höchsten Arbeitslosenquote. Und da der zu bearbeitende Raum fehlt, wird er gebaut. Das gesamte Budget von 5000 CHF wird für Arbeit und Material zur Verfügung gestellt und die Anwohner sind angehalten, ihren Stundenlohn zu bestimmen und begründen. Ein Haus der Arbeit entstand in 4 Tagen und verkörpert die künstliche Arbeit, resp. die gemeinsame Arbeit als Kunstwerk in Form eines Hauses.

#6 CLOWNS-IN-RESIDENCE

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Mit Evelyne Dietrich, Alexandre Bordier und Gregor Schaller.  In Zusammenarbeit mit dem TCS Camping Eymatt

Künstler beschreiben einen (alt-)neuen Typus Mensch, vergleichbar mit Top-Managern aus China, gemeinsam mit Hippies und Woofers, Venture capitalists und Arbeitsmigranten und Flüchtlingen: flexibel, heimatlos und anpassungsfähig. Ein Modell Mensch der Zukunft?

2017 wurde der Residenzort ‚Nomad (Thinking) Residency‘ gegründet, Mitglied des internationalen Netzwerks Resartis. Es ist eine Residenz mit ständig wechselnden, eher ungewöhnlichen Residenzorten und wechselnden eingeladenen Künstler-Typen, kuratiert und organisiert von Martin Schick. U.a. wird im Rahmen der Weltausstellung im Schwarzsee (2017) eine Artist-In-Distance durchgeführt, wo Künstler aus Distanz einen Ort bespielen und Digitale Kommunikation, Telepathie und Quantenphysik als künstlerische Praxis begreifen.

Für den Campingplatz Eymatt gilt nun die Ausschreibung für die Künstlergruppe Clowns, als Reaktion auf die Vorstellungen und Bedürfnisse des Campingbetreibers. Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurden die lustigsten BewerberInnen eingeladen, vor Ort zu wohnen und arbeiten. Ohne bestimmte Vorgaben. Ausser vor Ort zu sein und auf den Ort Bezug zu nehmen.

 

#7 KUNST FÜR OBERBOTTIGEN – OBERBOTTIGEN FÜR KUNST

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Kollaboration mit 5 FREUNDE: Till Wyler von Ballmoos, Lorenz Langenegger

Vor 10 Jahren teilte sich das Kollektiv 5 FREUNDE ein Atelier im Progr Bern. Für RADIKANT b wollen sie ein Comeback wagen im Kontext der neuen Arbeitsumstände und im Kontext von Arbeiten im öffentlichen Raum, wahlweise an dem dörflichsten Teil der Stadt Bern: Oberbottigen.

 

Den Bewohnern von Oberbottigen wird ein Kunstverein inklusive Gründungsversammlung und Startkapital. Symbolisch dazu landet ein tonnenschwerer Findling auf dem Dorfplatz mit einer eingelassenen Messingplatte: Kunstverein Oberbottigen, 30.4.2017

#8 BARTER THEATER

100bartertheater.jpgKollaboration mit Mirko Winkel. Mit Adrian Boss und Sonja Bieri

Bartern (engl. für Tauschen) gilt seit jeher als Alternative zu Geldsystemen und will sich doch nicht richtig durchsetzen. Stattdessen kann sich das Tauschgeschäft nicht zwischen Romantik und Zukunftsmusik entscheiden, leidet am hohen Aufwand und muss immer wieder dem Geldschein weichen. Zeit, dieser Praxis einen Anstoß zu geben!

Für das internationale Kultursymposium des Goethe Instituts in Weimar entwickelten Martin Schick und Mirko Winkel ein Tauschmuseum mit mitgebrachten Kulturgegenständen der Teilnehmenden aus aller Welt. Die Dinge wurden ausgestellt und den lokalen Besuchern als Tauschware angeboten. Die entstandenen Tauschketten wurden dokumentiert und in einer Schlussveranstaltung präsentiert, wo unter der Leitung eines professionellen Auktionators die Gegenstände ersteigert werden konnten: Im Tauschverfahren!

In Bümpliz ziehen nun 2 professionelle Vertreter von Tür zu Tür und bieten 1 Gegenstand zum Tausch. Der 1. Gegenstand ist eine 100er Banknote und wird zum Tausch geboten. Dieser Tausch wird im Weiteren zum neuen Angebot.

#9 FÄHNDLE!

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 Kollaboration mit Tina Odermatt. In Zusammenarbeit mit den Anwohnern in der Umgebung vom Sternen Bümpliz

 

Eine 1-Km lange Girlande mit alten Kleidern der Anwohner gebastelt und quer durch die Wohnzimmer hindurch gezogen, vorne im Haus rein und hinten wieder raus. Als Abschluss gibt es eine Begehung der Strecke für ein Publikum, das bei mehreren Bewohnern mit offener Tür oder gar einem Glas Wein oder einer Erzählung empfangen werden.

#10 MADE FOR BÜMPLIZ

 

Die Veranstaltung im Sternensaal Bümpliz ist ein theatraler Abend im Sinne eines dokumentarischen Stellungsspiel mit den verschiedenen Gruppen/ Akteuren, die, nachdem die einzelnen Projekte unabhängig voneinander realisiert wurden/ sich in Realisation befinden/ sich realisieren werden, sich präsentieren. An einem Abend treffen Kinder auf Polizisten auf Asylbewerber auf Künstler auf alte Menschen usw.

Vor versammeltem Publikum präsentiert eine Projektgruppe nach der anderen sich und das Projekt auf performative Weise, bleibt dann auf der Bühne, bzw. im Raum stehen oder sitzen. Die Akteure und die verschiedenen Beiträge verschränken sich und interagieren zunehmend im Verlauf des Abends und die Dokumentation verwandelt sich in ein momentanes Geschehen: Ein Geflecht von Vergangenheit/ Gegenwart und dem was jetzt gleich passieren wird. So erzählt beispielsweise eine Gruppe über ein partizipatives Party-Format, das gleich im Anschluss das erste Mal ausprobiert werden soll, redet über Erwartungen und Ängste bei der Durchführung, während sich diese Erklärung direkt mit der Ausführung des Formats überlagert.

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